Das Juwel [Die Gabe] - Amy Ewing

Infos
Verlag: Fischer FJB ~ Format: Hardcover ~ Altersempfehlung: ab 14 ~ Seitenzahl: 448 ~
ISBN: 978-3-8414-2104-3  ~ Preis: €16,99 (D) 
 
Klappentext
Violet lebt in Armut, aber sie hat eine besondere Gabe.

Eine Gabe, die ihre Chance und ihr Fluch zugleich ist…

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.

Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel.
So beginnt es
Heute ist mein letzter Tag als Violet Lasting.
Was ich sage
Vor gerade einmal 5 Minuten habe ich den ersten Band aus der Juwel-Reihe zu Ende gelesen und ja, ich bin immer noch sprachlos und unglaublich begeistert. Ehrlich gesagt, stand Das Juwel nie so wirklich auf meiner Wunschliste, ich hatte es zwar oft genug in der Buchhandlung gesehen und auch mehrmals in der Hand gehabt, aber ich hatte es nie mitgenommen. Ich glaube mich hat in erster Linie das Cover und das Setting der Handlung abgeschreckt, denn solche "Royal"-Geschichten waren bis dato irgendwie nie meins. Natürlich ist mir das Cover auf sämtlichen Plattformen fast inflationär seitdem begegnet und nachdem mir sogar meine Buchhändlerin eine Empfehlung aussprach, ist es nun im April doch soweit gewesen.
Ehrlich: Meine anfängliche Skepsis hat sich in Luft aufgelöst und ich bin so so froh, dass ich diesmal nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe!

Die Geschichte um die junge Violet ist eigentlich alles andere als schön. Sie lebt in einer Stadt, die nach Klassen unterteilt ist und in der der Adel (wie soll es anders sein) die Macht hat. Das junge Mädchen selber kommt aus der ärmsten Kreis der Stadt, denn nur die Mädchen dort können die Fähigkeit besitzen, die Kinder der adligen Frauen auszutragen - sie sind Surrogate! Violet ist ein solches Surrogat, ein Ding, das nur dazu da ist den Fortbestand der Reichen und Mächtigen zu sichern. Sie hat keine Stimme, sie hat keine Rechte und sie hat keinen Namen, lediglich eine Nummer - 197. Nachdem sie auf einer extra ausgerichteten Auktion von der Herzogin vom See ersteigert wurde, findet sich Violet in einer ihr völlig fremden Welt wieder. Der Palast, in dem sie nun lebt, ist das komplette Gegenteil zu ihrem früheren Leben. Es gibt mehr als genug Nahrung, Strom, warmes Wasser, riesige Zimmer mit noch größeren Betten und prunkvolle Kleider, mit denen sich die Frauen gegenseitig übertrumpfen wollen. Doch schnell lernt Violet auch die Schattenseiten kennen, denn sie ist nicht gleichgestellt mit der Herzogin, nein - sie ist ein Nichts! Eine Nummer, die eine Gabe hat und die der Herzogin ein Kind gebähren soll.

Ihr merkt bereits jetzt, das Thema ist nicht gerade ein Zuckerschlecken und dementsprechend hat es mich an vielen Stellen immer wieder nachdenklich gestimmt. So schön das Cover mit seinen Glitzersteinchen auch wirkt, der Inhalt des Buches ist alles andere als glamourös und funkelnd. Tatsächlich ist es ein sehr grausames Thema, dass Amy Ewing sich da zur Brust genommen hat und sie hat es fabelhaft umgesetzt. Da ich ja eigentlich schon voreingenommen an das Buch herangegangen bin, war ich umso überraschter, als mich eben nicht eine klischeehafte Geschichte über armes Mädchen trifft reichen Adligen (blablabla) erwartete, sondern diese faszinierende und so ehrlich beschriebene Geschichte, eines jungen Mädchens, dass sich ihrem Schicksal fügt.
Aber ohne Herzschmerz und den berüchtigten Klischees geht es eben doch nicht! Bis der Übeltäter erst mal auf den Plan trat, mussten schon einige Kapitel vergehen, aber umso mehr hat es mich dann schließlich doch gefreut, als sich für Violet auch noch andere Wege und Möglichkeiten auftaten. Und ganz ehrlich, sie hat es wohl mehr als alle anderen verdient sich zu verlieben.

Meine anfängliche Meinung zu Das Juwel - Die Gabe muss ich also komplett revidieren. Die Geschichte hat mich sofort von Anfang an abgeholt und gefangen genommen. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und musste mich dazu regelrecht zwingen [irgendwann muss ich dann ja mal schlafen]. Die Worte sind mir regelrecht zugeflogen, es war so leicht zu lesen, dass es schon unheimlich war.

Die Hauptfiguren gefallen mir wahnsinnig gut. Violet, das unerfahrene junge Mädchen, dass ihre Familie verlassen und bei einer fremden Frau leben muss. Die eine schwere Bürde zu tragen hat, aber doch ihren Kopf oben hält und ihren Mut nicht verliert. Dann die Herzogin vom See, eine Figur bei der ich nie genau wusste ob ich sie nun hassen oder mögen sollte. Sie ist so ambivalent, zeigt sich hart, grausam und unnahbar, aber dann auch wieder liebevoll und führsorglich. Lucien, der von Beginn der Handlung immer wieder im Geschehen auftaucht und ein bisschen wie Violets gute Fee erscheint. Und schließlich Ash, in den sich Violet verliebt und damit gegen alle Regeln verstößt.
Am interessantesten von allen Figuren fand ich allerdings Garnet. Diejenigen, die das Buch schon gelesen haben, wissen warum! Soviel: Ich hatte ihn anfangs als Rand/Nebenfigur betrachtet, zum Ende hin wurde er mir dann ein klein bisschen sympatischer, aber dann zum Schluss... Ich verrate nichts!!!
Fazit
Manchmal ist es gut, nicht auf sein Bauchgefühl zu hören sondern den Massen zu folgen! Ich bin sehr froh, dass ich mich davon überzeugen lassen konnte den ersten Teil von Das Juwel zu lesen! Es ist eine wirklich grandiose Geschichte mit einem unheimlich grausamen Thema und einem kleinen Funken Hoffnung, der aufkeimt und bei dem man nun abwarten muss, was daraus wird! Ich bin so gespannt auf den zweiten Teil!!








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