[Rezension] Fuchs und Feuer [Die dunkelsten Sterne des Himmels] - Heather Fawcett

Sonntag, 13. Mai 2018


Infos
Verlag: Dressler ~ Format: Hardcover~ Altersempfehlung: ab 14 ~ Seitenzahl: 512 ~
ISBN: 978-3-7915-0072-0 ~ Preis: € 20,00 (D)
Klappentext
Schwindelerregend: Liebe und Verrat auf dem magischen Dach der Welt. Kamzin ist glücklich, als sie der charismatische Entdecker River Shara zur Führerin auf den Mount Raksha auswählt. Sie weiß um die Gefahren der Expedition, doch nichts hätte sie darauf vorbereiten können, dass sich der Berg mit allen Mächten wehrt, mit eiskalten Naturgewalten und teuflischen Feuerdämonen. Am Gipfel ihrer Träume angelangt, erkennt Kamzin, dass Verrat die tödlichste Gefahr von allen ist.
So beginnt es
Ich hielt meine Hände über die Dracheneier, konzentrierte mich nur auf ihre indigoblauen Schalen und murmelte die Beschwörung.
Was ich sage

Auf das Buch Feuer und Fuchs [Die dunkelsten Sterne des Himmels] bin ich schon bei Stöbern in den Neuerscheinungen im letzten Jahr gestoßen und ich habe mich direkt verliebt. Ich weiß nicht, wie es die Coverdesigner es immer schaffen (mit viel viel Arbeit und Liebe zum Detail vermutlich), aber dieses Buch hat tatsächlich etwas magisches.
Als ich das Cover das erste Mal gesehen habe, da war ich wirklich fasziniert - von den wundervoll knalligen Farben, dem leuchtenden Fuchs und der einfach nur magischen Atmosphäre, die dieses Bild vermittelt. Für mich ist es wahrscheinlich bisher eines der schönsten Cover 2018, die ich gesehen habe und die ich mir auch jetzt immer noch liebend gerne ansehe.

Worum geht es denn eigentlich in der Geschichte?!
Zu Beginn treffen wir auf die junge Kamzin, die in dem kleinen Dorf Azmiri lebt, dass hoch oben in den Bergen des Himalayas liegt und in das sich nur selten ein Fremder verirrt. Sie ist gerade dabei sich in den Praktiken einer Schamanin zu üben, doch leider scheint sie im Gegensatz zu ihrem besten Freund Tem keinerlei natürliche magische Begabung zu haben. Auch ihre große Schwester Lusha, die von allen auf Grund ihres Könnens und Wissens, respektiert wird, ist eine äußerst begabte Schamanin und so fühlt sich Kamzin oft als das schwarze Schaf der Familie. Viel lieber würde sie nämlich ihrer verstorbenen Mutter nacheifern, die eine Entdeckerin war und wie sie, die steilsten Berge erklimmen und die verborgenen Ecken des Kaiserreichs erkunden wollte. Denn wenn sie etwas konnte, dann war es das Klettern - in den Bergen fühlte sie sich zu Hause wie sonst nirgends und es gab niemanden, der mit ihr mithalten konnte. Als eines Tages der große Kaiserliche Entdecker River Shara in das kleine Azmiri auftaucht, ist das ihre Chance! Sie kann endlich zeigen, was sie kann und ihren sehnlichsten Traum, die Erklimmung des Raksha, erfüllen. Gemeinsam mit ihrem Vertrauten, dem Fuchs Ragtooth macht sie sich mit River, Tem und den anderen Teilnehmern der Expedition auf die lange beschwerliche Reise zum höchsten Gipfel der Welt, wo selbst die dunkelsten Sterne leuchten und ein Geheimnis verborgen liegt, von dem eigentlich niemand wissen sollte. Dass ihre Begleiter selbst noch viel dunklerer Geheimnisse verbergen, erkennt Kamzin erst, als es schon fast zu spät ist.

Es hat etwas gedauert, bis ich mich an das Buch herangewagt habe. Das lag in erster Linie daran, dass ich zu dem Zeitpunkt gerade eine leichte Überdosis an Fantasybüchern hatte und daher nicht so sicher war, ob sich das negativ auf meinen Lesefluss auswirken würde. Anfangs habe ich mich dann auch wirklich schwergetan, obwohl ich gut in die Handlung reingekommen bin, konnte ich mich immer nur Passagenweise auf das Buch konzentrieren, wodurch es gefühlt ewig gedauert hat, bis ich überhaupt die Hälfte geschafft hatte. Es lag keineswegs an der Geschichte selber, denn die war von Beginn an spannend und hat richtig Lust auf mehr gemacht. Ich wollte so gerne erfahren, was mit Kamzin und ihrem süßen Fuchs passiert und habe mich umso mehr geärgert, dass es nicht so geklappt hat, wie ich es mir wünschte. Ab der Hälfte kam dann der Umschwung und ich konnte mich endlich richtig auf die Figuren und die Geschehnisse einlassen. Es wurde fesselnder und durch all die mystischen Geheimnisse auch unvorhersehbar, aber auch düsterer und wirklich dramatisch. Allerdings gab es auch immer mal wieder Passagen, in denen ich die Handlung ein wenig stagnierte, langsamer wurde - vor allem die Beschreibungen des Aufstiegs waren mir persönlich manchmal etwas zu viel und zu lang. Der Schreibstil von Heather Fawcett entführt einen in eine andere magische Welt, die zwar in der unsrigen irgendwie spielt und dann doch weit entfernt liegt. Mir fiel es unglaublich leicht das Buch in einem Rutsch durchzulesen und auch mein Kopfkino lief dabei non-stopp! Die Idee, die hinter dieser Geschichte steckt, gefällt mir wirklich sehr, denn es ist eine Geschichte über Freundschaft und wozu jeder einzelne bereit wäre für den anderen zu tun. Auch die Figuren waren toll erdacht und so unterschiedlich in ihren Wünschen, Träumen und Zielen. Kamzin ist ein Mädchen, dass immer im Schatten ihrer großen Schwester stand und immer stehen wird, denn sie hat einfach nicht die gleiche schamanische Begabung wie sie. Trotzdem wird genau das von ihr erwartet - das sie eine Schamanin wird, denn so gehört es sich. Doch ihr Traum, ihrer Mutter nachzueifern ist stärker und auch ihr Talent zum Klettern kommt definitiv von dieser Seite. Ihr Traum es wenigstens ihrer verstorbenen Mutter zu beweisen und sie stolz zu machen irgendwie, ist stärker als alles andere. Ihre Entwicklung finde ich unglaublich spannend, denn sie war schon zu Beginn ein sehr starker Charakter, aber ohne wirklich zu wissen, wer sie überhaupt ist. Das hat sie erst auf der Reise mit River erfahren, der sie immer wieder an ihre Grenzen und darüber hinaus getrieben hat. Auch er ist eine sehr facettenreiche Figur, die von Anfang an Rätsel aufgibt. Das er irgendwie Dreck am Stecken hat hatte ich schon nach den ersten Kapiteln im Gefühl, welche Beweggründe allerdings dahinter stecken, kam erst mit der Zeit langsam ans Licht. Auch seine Entwicklung und vor allem die Gründe für sein Handeln sind teilweise durchaus nachvollziehbar. Ein wenig klingt es sogar nach Rebellion und da ist er Kamzin nicht ganz unähnlich. Der Underdog der Geschichte
war für mich allerdings eindeutig Tem, der eigentlich ein einfacher Viehhüter ist, aber eine so immense Begabung für die schamanischen Praktiken aufweist, dass er Kamzin mehr als einmal aus der Klemme hilft und letzten Endes auch eine entscheidende Rolle auf der Reise spielt.
Inzwischen habe ich herausgefunden, dass es nicht bei diesem einen Buch bleiben wird und das im Dezember 2018 im Englischen bereits der zweite Band unter dem Titel All the Wandering Light erscheinen wird. Ich weiß, es genauerer Blick auf den Buchrücken hätte mich ziemlich schnell darüber informiert, dass da "Band 1" steht. Ich bin wirklich gespannt, wie es mit Kamzin und ihrem kleinen Fuchs weitergeht und ob wir River im nächsten Band wieder treffen.
Fazit
Fuchs und Feuer [Die dunkelsten Sterne des Himmels] ist ein rundum gelungenes fantastisches Abenteuer mit sympathischen Figuren und einer packenden Handlung, die alle Beteiligten immer wieder herausfordert. Auch die etwas schwächeren Passagen haben der restlichen Geschichte nicht geschadet, und so bin ich nun wirklich in Vorfreude auf Band 2.

An dieser Stelle möchte ich mich noch beim Dressler Verlag und der Verlagsgruppe Oetinger für dieses tolle Rezensionsexemplar bedanken!!







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